Berufskrankheiten: Wenn Arbeit krank macht
Berufskrankheiten früh erkennen und durch gezielten Arbeitsschutz vorbeugen
Eine Berufskrankheit entsteht nicht einfach deshalb, weil jemand während seiner Arbeit erkrankt. Vielmehr muss die Erkrankung durch bestimmte gesundheitsschädliche Einwirkungen bei der beruflichen Tätigkeit verursacht worden sein und die Voraussetzungen der Berufskrankheiten-Verordnung erfüllen. Deshalb sind Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit entscheidend.
Je früher Unternehmen Gefährdungen erkennen und gegensteuern, desto besser lassen sich Berufskrankheiten vermeiden. Auch eine sorgfältige Dokumentation gehört dazu. Ein digitales Verbandbuch wie das von Prevenio kann dabei helfen, Erste-Hilfe-Leistungen und gesundheitliche Ereignisse im Arbeitsalltag nachvollziehbar festzuhalten.
Was genau ist eine Berufskrankheit?
- Berufliche Ursache: Eine Berufskrankheit entsteht durch gesundheitsschädliche Einwirkungen, die mit der beruflichen Tätigkeit zusammenhängen.
- Gesetzliche Voraussetzungen: Die Erkrankung muss in der Berufskrankheiten-Liste aufgeführt sein und die jeweiligen Voraussetzungen erfüllen.
- Nicht jede Erkrankung ist eine Berufskrankheit: Beschwerden, die während der Arbeitszeit auftreten, gelten nicht automatisch als Berufskrankheit.
- Typische Belastungen: Dazu gehören beispielsweise Lärm, Gefahrstoffe, Staub, Infektionserreger, natürliche UV-Strahlung oder langjährige körperliche Belastungen.
- Prüfung und Meldung: Besteht ein entsprechender Verdacht, prüfen die gesetzlichen Unfallversicherungsträger den Zusammenhang. Beschäftigte, Ärzte und Arbeitgeber können bzw. müssen einen Verdacht melden.
Der Weg von der beruflichen Tätigkeit zur anerkannten Berufskrankheit.
Wenn aus einer Belastung eine Erkrankung wird
Stellen wir uns einen Beschäftigten vor, der seit vielen Jahren in einer Produktionshalle arbeitet. Maschinen laufen täglich über mehrere Stunden, und obwohl Gehörschutz vorhanden ist, ist die Lärmbelastung hoch. Nach und nach merkt der Mitarbeiter, dass er Gespräche schlechter versteht und Geräusche weniger deutlich wahrnimmt.
Solche Beschwerden sollten Beschäftigte ernst nehmen. Denn Lärm gehört zu den häufigsten gesundheitlichen Belastungen am Arbeitsplatz. Die Lärmschwerhörigkeit ist deshalb auch die am häufigsten anerkannte Berufskrankheit in Deutschland.
Welche Berufskrankheiten treten besonders häufig auf?
Die Zahlen zeigen, dass Berufskrankheiten sehr unterschiedliche Ursachen haben können. Besonders häufig treten dabei Erkrankungen auf, die durch Lärm, Infektionen oder natürliche UV-Strahlung entstehen. Gerade deshalb sollten Unternehmen nicht nur eine einzelne Gefährdung betrachten. Stattdessen braucht es einen umfassenden Arbeitsschutz, der beispielsweise Lärm, Gefahrstoffe, körperliche Belastungen, biologische Arbeitsstoffe und UV-Strahlung berücksichtigt.
Die häufigsten anerkannten Berufskrankheiten 2024. (Quelle: BAuA)
So lassen sich Berufskrankheiten verhindern
Vorbeugung beginnt mit einer guten Gefährdungsbeurteilung. Denn nur wenn ein Unternehmen die Belastungen am Arbeitsplatz kennt, kann es geeignete Schutzmaßnahmen festlegen und deren Wirksamkeit regelmäßig prüfen.
Dazu gehören beispielsweise technische Maßnahmen, sichere Arbeitsverfahren, geeignete persönliche Schutzausrüstung und verständliche Unterweisungen. Ebenso wichtig ist die arbeitsmedizinische Vorsorge, wenn entsprechende Gefährdungen bestehen. So können Unternehmen Risiken früh erkennen und Beschäftigte besser schützen.
Was sollten Arbeitnehmer und Arbeitgeber tun?
Beschäftigte sollten gesundheitliche Beschwerden nicht ignorieren, sondern sie frühzeitig ansprechen. Besteht der Verdacht auf eine Berufskrankheit, können Betroffene diesen selbst beim zuständigen Unfallversicherungsträger melden. Auch Ärztinnen und Ärzte sowie Unternehmen sind verpflichtet, einen entsprechenden Verdacht zu melden.
Für Arbeitgeber bedeutet das zugleich, bekannte Gefährdungen ernst zu nehmen und geeignete Schutzmaßnahmen umzusetzen. Denn gute Arbeitssicherheit endet nicht mit der Bereitstellung einer Schutzausrüstung. Vielmehr müssen Maßnahmen geplant, dokumentiert und regelmäßig überprüft werden.

Erfahren Sie mehr zu unserem Verbandbuch
Eine frühzeitige Dokumentation im Verbandbuch ist wichtig, um Berufskrankheiten zu erkennen. Erfahren Sie mehr über unser digitales Verbandbuch.
Welche Rolle spielt das Verbandbuch?
Berufskrankheiten entwickeln sich häufig über einen längeren Zeitraum. Deshalb sollten Unternehmen Gefährdungen früh erkennen, geeignete Schutzmaßnahmen umsetzen und relevante Ereignisse dokumentieren.
Das Verbandbuch unterstützt dabei, Erste-Hilfe-Leistungen und gesundheitliche Ereignisse nachvollziehbar festzuhalten. Es ersetzt zwar keine Verdachtsanzeige auf eine Berufskrankheit, kann aber wichtige Hinweise für den betrieblichen Arbeitsschutz liefern. Mit Prevenio lassen sich solche Prozesse digital und zentral organisieren, sodass Unternehmen Arbeitsschutz und Dokumentation im Arbeitsalltag einfacher und strukturierter umsetzen können.
FAQ zu Berufskrankheiten
Eine Erkrankung kann als Berufskrankheit anerkannt werden, wenn sie in der Berufskrankheiten-Liste aufgeführt ist und durch gesundheitsschädliche Einwirkungen bei der beruflichen Tätigkeit verursacht wurde. Außerdem muss ein ursächlicher Zusammenhang zwischen der beruflichen Belastung und der Erkrankung bestehen. Ob diese Voraussetzungen erfüllt sind, entscheidet der zuständige Träger der gesetzlichen Unfallversicherung. Dabei werden unter anderem die Arbeitsvorgeschichte und die konkreten Belastungen untersucht.
Ja. Unternehmen sind verpflichtet, den Verdacht auf eine Berufskrankheit dem zuständigen Unfallversicherungsträger zu melden. Auch Ärztinnen und Ärzte müssen einen entsprechenden Verdacht anzeigen. Betroffene Beschäftigte können eine Meldung außerdem selbst vornehmen.
Ja, denn ein guter Arbeitsschutz kann viele gesundheitliche Risiken deutlich reduzieren. Dafür müssen Unternehmen Gefährdungen systematisch beurteilen und passende Schutzmaßnahmen umsetzen. Je nach Tätigkeit können beispielsweise technische Schutzmaßnahmen, persönliche Schutzausrüstung, Unterweisungen oder arbeitsmedizinische Vorsorge notwendig sein. Entscheidend ist außerdem, dass die Maßnahmen regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst werden.
Nein. Ein Arbeitsunfall ist grundsätzlich ein zeitlich begrenztes Ereignis, das zu einer Verletzung oder Gesundheitsschädigung führt. Eine Berufskrankheit entsteht dagegen in der Regel durch länger andauernde oder wiederholte gesundheitsschädliche Einwirkungen bei der Arbeit. Deshalb gelten auch unterschiedliche Verfahren und Dokumentationswege. Das Verbandbuch kann bei Arbeitsunfällen und Erste-Hilfe-Leistungen unterstützen, ersetzt aber keine Verdachtsanzeige auf eine Berufskrankheit.
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