Arbeitsschutz vor 25 Jahren

Arbeitsschutz vor 25 Jahren

Arbeitsschutz vor 25 Jahren

Der Arbeitsschutz hat sich in den vergangenen 25 Jahren stark verändert. Wir haben TransGate-Geschäftsführerin Yvonne Baars dazu befragt.

Der Arbeitsschutz kann in Deutschland auf eine spannende Geschichte zurückblicken. Was mit einer sicherheitstechnischen Betreuung, lebenswichtigen Gefährdungsbeurteilungen und arbeitsmedizinischen Vorsorgemaßnahmen heute Standard ist, sah vor 25 Jahren noch anders aus. TransGate-Geschäftsführerin Yvonne Baars kann sich noch gut an den Arbeitsschutz vor 25 Jahren zurückerinnern und nimmt sich die Zeit für eine interessante Reise in die Vergangenheit.

Woran erinnerst du dich noch an deinen Einstieg in den Arbeitsschutz vor 25 Jahren?

Ich erinnere mich an übervolle Ordnerregale, handgeschriebene Listen und das Gefühl, dass jeder Betrieb sein eigenes kleines Arbeitsschutz-Universum hatte. Ich sehe noch Sicherheitsfachkräfte (SiFas) mit einem Klemmbrett durch Werkhallen laufen, ständig damit beschäftigt, Informationen zusammenzusuchen, die heute in Sekunden digital verfügbar wären.

Was war damals dein erster Eindruck von der Branche?

Ich hatte das Gefühl, dass Arbeitsschutz zwar gesetzlich verankert, aber die Einsicht der Notwendigkeit in vielen Unternehmen noch nicht angekommen war. Außerdem gab es schon viel Engagement, aber wenig Systematik.

Das Bild zeigt eine Person, die an einem runden Tisch sitzt und auf einen geöffneten Laptop blickt. Auf dem Bildschirm ist eine Software-Oberfläche zu sehen, die eine strukturierte Liste von Punkten und Unterpunkten darstellt – vermutlich eine digitale Gefährdungsbeurteilung. Die Ansicht enthält Symbole und Statusanzeigen, die auf Aufgaben oder Dokumentationsschritte hinweisen. Neben dem Laptop liegt ein geschlossenes Notizbuch und ein Stift, was auf eine Arbeitsumgebung für Planung und Dokumentation hinweist. Links im Vordergrund steht eine blaue Kaffeetasse. Die Szene vermittelt den Eindruck einer modernen, digitalen Arbeitsweise im Bereich Arbeitsschutz und zeigt, wie Softwarelösungen wie Prevenio® die Durchführung und Verwaltung von Gefährdungsbeurteilungen effizient und transparent gestalten können. Das Bild unterstreicht die Bedeutung digitaler Tools für Sicherheitsfachkräfte, um Prozesse zu vereinfachen, gesetzliche Anforderungen zu erfüllen und die Sicherheitskultur aktiv zu leben.

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Was hat dich denn persönlich motiviert, im Arbeitsschutz tätig zu werden?

Mich hat die Möglichkeit motiviert, Menschen konkret zu schützen und echte Verbesserungen zu bewirken. Mit kleinen Schritten konnte auch schon damals viel bewirkt werden. Genaue Anweisungen und Unterweisungen haben die Fehlerhäufigkeit und damit auch die Unfälle reduziert.

Welche Herausforderungen waren beim Arbeitsschutz vor 25 Jahren die größten?

Die größte Herausforderung beim Arbeitsschutz vor 25 Jahren war die fehlende Digitalisierung. Viele Unternehmen hatten kaum Strukturen, um Arbeitsschutz sauber umzusetzen. Zudem war es teils schwierig, Mitarbeiter und Führungskräfte für das Thema zu sensibilisieren.

Welche interessanten, ungewöhnlichen oder schwierigen Situationen sind dir besonders im Gedächtnis geblieben?

Es gab ein Gespräch mit einem Geschäftsführer, der Investitionen in den Arbeitsschutz für „überflüssig“ hielt, bis ihn ein Unfall vom Gegenteil überzeugte. Mich hat bedrückt, dass es erst dazu kommen musste.

Welche Rolle spielten Unterweisungen und Dokumentation beim Arbeitsschutz vor 25 Jahren?

Unterweisungen waren auch damals schon Pflicht, aber oft reine Formsache. Sie fanden häufig, wenn überhaupt, im Schnelldurchlauf statt. Die Dokumentation war mühsam und fehleranfällig.

Zitat von Yvonne Baars - Geschäftsführerin der TransGate GmbH zum Thema "Arbeitsschutz vor 25 Jahren".

Wie wurden diese Themen organisiert?

In vielen Fällen mit Ordnern, Karteikarten und viel Improvisation. Und jeder Betrieb schien sein eigenes System zu haben. Häufig war eine einzelne Person verantwortlich und hatte den Überblick. Mit dem Weggang dieser Person ging auch das Wissen über die Organisation des Arbeitsschutzes im Unternehmen.

Wie war die Einstellung vieler Unternehmen zum Arbeitsschutz zu dieser Zeit?

Arbeitsschutz wurde oft als lästige Pflicht gesehen. Das führte dazu, dass viele Unternehmen erst handelten, wenn etwas passiert war. Gerade bei kleineren Unternehmen war die Einstellung „Das haben wir immer so gemacht!“ häufig vertreten und Arbeitsschutz wurde belächelt statt ernst genommen. Natürlich gab es aber auch schon damals Unternehmen, die die Wichtigkeit des Arbeitsschutzes erkannt und entsprechend gehandelt haben. Diese Unternehmen haben mich motiviert, mich weiter in diesem Bereich zu engagieren.

Was hat sich in den letzten 25 Jahren denn am stärksten verändert?

Die Digitalisierung hat den Arbeitsschutz bedeutend verändert. Dadurch sind die Umsetzungsmöglichkeiten, Transparenz und Nachvollziehbarkeit enorm gestiegen. Außerdem ist Arbeitsschutz heute in vielen Unternehmen ein strategisches Thema mit hoher Priorität.

Gab es einen Moment, in dem du gemerkt hast: Der Arbeitsschutz verändert sich gerade grundlegend?

Ja, als Unternehmen begannen, Arbeitsschutz in ihre Managementsysteme zu integrieren, wurde deutlich, dass hier Bewegung in den Unternehmen stattfindet. Der Wandel wurde deutlich spürbar, als digitale Lösungen plötzlich verstärkt nachgefragt wurden.

Zu erkennen ist eine männliche Person bzw. Arbeitnehmer der die Safety-Plattform der HIMA GmbH bedient. Zu erkennen digitalisiert die HIMA die funktionale Sicherheit mit Mehrwert. Dazu ist ein Hashtag #safetygoesdigital zu erkennen, der in der App sichtbar ist.

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Wenn du den Arbeitsschutz von früher mit heute vergleichst – was war damals einfacher, was deutlich schwieriger?

Einfacher war die geringere Komplexität, schwieriger war die fehlende Struktur. Heute ist der Anspruch höher, aber die Werkzeuge, wie Arbeitsschutzmanagementsysteme, wie Prevenio®, sind deutlich besser.

Wie kam es damals zum Entschluss, eine eigene Arbeitsschutz-Software zu entwickeln?

Weil es schlicht keine Software gab, die den Anforderungen gerecht wurde. Der Bedarf entstand aus der täglichen Praxis, da es nahezu unmöglich war, alle Mitarbeiter in gleichbleibender Qualität zu unterweisen. Eine Wissensabfrage war mit den damaligen Face-to-face-Schulungen schon gar nicht möglich.

Welche Erfahrung aus deiner Anfangszeit prägt deine Arbeit bis heute am meisten?

Dass Arbeitsschutz nur funktioniert, wenn Menschen ihn verstehen und bereit sind, ihn umzusetzen. Die besten Vorschriften, Tools und Anweisungen bringen nichts, wenn Vorgesetzte Arbeitsschutz nicht vorleben und Mitarbeiter zum Beispiel Sicherheitseinrichtungen als Hindernisse ansehen.

Welche Lehren aus dem Arbeitsschutz von früher sollten wir trotz Digitalisierung nicht vergessen?

Wir sollten nicht vergessen, dass Technik keine Verantwortung ersetzt. Und Sicherheit entsteht durch Haltung, nicht durch Software. Die heutigen Softwarelösungen sind unverzichtbar für guten, umfassenden Arbeitsschutz, aber kein alleiniges Allheilmittel.

Analog vs. digital: Welche Arbeitsschutz-Variante bevorzugst du im Jahr 2026?

Ich denke, die Kombination aus beiden ist die beste Variante. Digitaler Arbeitsschutz bringt Effizienz, Transparenz und Nachvollziehbarkeit und ist heute unverzichtbar. Aber es geht auch immer um den Menschen und um menschliche Kommunikation.        

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