Wie führe ich eine Gefährdungsbeurteilung durch?

Wie führe ich eine Gefährdungsbeurteilung durch?

Wie führe ich eine Gefährdungsbeurteilung durch?

Gefährdungsbeurteilung durchführen am Beispiel einer Stolpergefahr

Viele Unternehmen wissen, dass eine Gefährdungsbeurteilung gesetzlich vorgeschrieben ist. In der Praxis stellt sich jedoch häufig die Frage: Wie läuft eine Gefährdungsbeurteilung eigentlich konkret ab? Mit einem einfachen Beispiel aus dem Büroalltag möchten wir zeigen, wie die einzelnen Schritte einer Gefährdungsbeurteilung funktionieren. Und auch warum sie für den Arbeitsschutz so wichtig sind.

Die Ausgangssituation

Eine Führungskraft entdeckt in einem Büro ein Verlängerungskabel, das quer durch einen Laufweg verlegt wurde. Mehrere Mitarbeiter nutzen täglich diesen Bereich, um Drucker, Besprechungsräume oder auch Arbeitsplätze zu erreichen. Auf den ersten Blick scheint das Kabel erstmal kein großes Problem zu sein. Dennoch handelt es sich um eine potenzielle Gefährdung, die somit im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung im Arbeitsschutz betrachtet werden sollte.

Gefährdungsbeurteilung durchführen - Schritt 1: Gefährdung erkennen

Zunächst identifizieren Verantwortliche die Gefährdung. In diesem Fall besteht eine Stolper- und Sturzgefahr durch das frei liegende Kabel. Bereits dieser Schritt zeigt, warum regelmäßige Begehungen und die Einbindung der Mitarbeiter wichtig sind. Denn Mitarbeiter entdecken viele Gefährdungen erst im Arbeitsalltag.

Gefährdungsbeurteilung durchführen - Schritt 2: Risiko bewerten

Anschließend wird bewertet, wie hoch das Risiko tatsächlich ist. Dabei können folgende Fragen helfen:

  • Wie häufig wird der Bereich genutzt?
  • Wie wahrscheinlich ist ein Stolperunfall?
  • Welche Verletzungen könnten entstehen?
  • Sind besonders gefährdete Personen betroffen?

In unserem Beispiel wird der Bereich täglich von mehreren Mitarbeitern genutzt. Ein Sturz könnte somit Prellungen, Verstauchungen oder sogar schwerere Verletzungen verursachen. Die Gefahr ist daher nicht zu vernachlässigen.

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Die 7 Schritte einer GBU

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Gefährdungsbeurteilung durchführen - Schritt 3: Maßnahmen festlegen

Nun müssen geeignete Schutzmaßnahmen definiert werden. Die einfachste Lösung besteht darin, das Kabel vollständig aus dem Laufweg zu entfernen. Ist dies nicht möglich, kann das Unternehmen sowohl Kabelbrücken einsetzen als auch zusätzliche Steckdosen installieren. Denn Ziel ist es immer, die Gefährdung möglichst an der Quelle zu beseitigen.

Gefährdungsbeurteilung durchführen - Schritt 4: Maßnahmen umsetzen

Das Unternehmen setzt die festgelegte Maßnahme anschließend um. Im Beispiel entscheidet sich das Unternehmen dafür, eine Kabelbrücke zu installieren. Die Verantwortlichen sichern das Kabel ordnungsgemäß und reduzieren dadurch die Stolpergefahr im Laufweg. Wichtig ist dabei, Verantwortlichkeiten festzulegen und die Umsetzung folglich zu dokumentieren.

Gefährdungsbeurteilung durchführen - Schritt 5: Wirksamkeit kontrollieren

Nach der Umsetzung prüfen Verantwortliche, ob die Maßnahme tatsächlich wirksam ist. Bei einer späteren Begehung wird festgestellt, dass sich kein Kabel mehr im Laufweg befindet und die Maßnahme die Stolpergefahr beseitigt hat. Die Maßnahme hat somit das gewünschte Ergebnis erzielt.

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Weitere Informationen

In der ersten Folge unseres Podcasts SafeTea Talk unterhalten sich Nico und Niklas über die Gefährdungsbeurteilung. 

Gefährdungsbeurteilung durchführen - Schritt 6: Dokumentation

Die Verantwortlichen dokumentieren die Gefährdung, die Risikobewertung und die Maßnahme. Diese Dokumentation dient nicht nur als Nachweis gegenüber Behörden, sondern hilft folglich auch dabei, ähnliche Gefährdungen in anderen Bereichen des Unternehmens zu erkennen.

Gefährdungsbeurteilung durchführen - Schritt 7: Fortschreibung der GBU

Gefährdungsbeurteilungen sind keine einmaligen Dokumente. Deshalb sollte regelmäßig geprüft werden, ob neue Gefährdungen entstanden sind oder bestehende Maßnahmen weiterhin wirksam bleiben. Denn gerade in dynamischen Arbeitsumgebungen können sich Arbeitsplätze, Prozesse oder auch technische Einrichtungen verändern.

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Was zeigt dieses Beispiel?

Das Beispiel des herumliegenden Kabels verdeutlicht, dass Gefährdungsbeurteilung durchführen im Arbeitsschutz nicht nur für große Maschinen oder gefährliche Arbeitsstoffe relevant ist. Bereits kleine Gefahrenquellen können zu Arbeitsunfällen führen und sollten deshalb systematisch betrachtet werden. Genau hier zeigt sich der Nutzen einer strukturierten Gefährdungsbeurteilung. Unternehmen erkennen Gefährdungen frühzeitig, bewerten Risiken und setzen geeignete Maßnahmen um, bevor ein Unfall entsteht.

Digitale Gefährdungsbeurteilungen vereinfachen den Prozess

In vielen Unternehmen werden Gefährdungen noch auf Papier oder in Excel-Listen dokumentiert. Dadurch können Informationen verloren gehen oder Maßnahmen nur schwer nachverfolgt werden. Mit einer digitalen Gefährdungsbeurteilung der Arbeitsschutz-Software Prevenio lassen sich Gefährdungen zentral erfassen, Maßnahmen zuweisen und deren Umsetzung dokumentieren. Sicherheitsfachkräfte und Führungskräfte behalten dadurch jederzeit den Überblick und können den gesamten Prozess effizienter gestalten.

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