Gefährdungsbeurteilung während der Schwangerschaft

Gefährdungsbeurteilung während der Schwangerschaft

Gefährdungsbeurteilung während der Schwangerschaft

Schutz für Mutter und Kind von Anfang an

Die Gefährdungsbeurteilung während der Schwangerschaft ist ein wichtiger Bestandteil des Arbeitsschutzes und gleichzeitig eine gesetzliche Verpflichtung für Unternehmen. Sobald eine Mitarbeiterin ihre Schwangerschaft mitteilt, müssen Arbeitgeber prüfen, ob die bisherigen Arbeitsbedingungen weiterhin sicher sind oder ob Anpassungen erforderlich werden. Dabei steht nicht der Ausschluss von der Arbeit im Vordergrund. Vielmehr soll sichergestellt werden, dass Mutter und Kind geschützt werden und die werdende Mutter ihre Tätigkeit möglichst weiterhin ausüben kann.

Zu erkennen sind 2 Personen. Eine Person, eine Ärztin, untersucht eine schwangere Frau mit einem Stethoskop, die ihren Bauch hält. Sie trägt ein graues Kleid.

Mutterschutz im Betrieb

Unsere Unterweisung erklärt alle Pflichten und Maßnahmen, die Sicherheit für Mutter und Kind schaffen.

Wenn aus dem Arbeitsalltag plötzlich neue Anforderungen entstehen

Eine Mitarbeiterin im Büro erfährt, dass sie schwanger ist. Grundsätzlich fühlt sie sich wohl und möchte ihre Arbeit weiterhin ausüben. Allerdings gehören neben der Bildschirmarbeit auch regelmäßige Termine im Lagerbereich zu ihrem Alltag. Dort müssen gelegentlich schwere Akten oder Materialien bewegt werden. Außerdem führen enge Fristen und ein hoher Arbeitsaufwand immer wieder zu zusätzlichem Stress.

Sobald die Schwangerschaft bekannt ist, muss das Unternehmen prüfen, ob diese Tätigkeiten weiterhin unbedenklich sind oder ob Anpassungen notwendig werden. Genau an diesem Punkt kommt die Gefährdungsbeurteilung während der Schwangerschaft ins Spiel. Sie hilft dabei, mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen einzuleiten.

Unzulässige Tätigkeiten und Arbeitsbedingungen

Nach dem Mutterschutzgesetz (MuSchG) können bestimmte Tätigkeiten und Arbeitsbedingungen eine unverantwortbare Gefährdung für schwangere oder stillende Frauen darstellen.
 
Dazu gehören insbesondere
  • der Umgang mit bestimmten Gefahr- und Biostoffen
  • Arbeiten unter starker Hitze-, Kälte- oder Nässeeinwirkung
  • schwere körperliche Tätigkeiten
  • sowie Akkord- und Fließbandarbeit mit erhöhtem oder vorgegebenem Arbeitstempo
Eine Person in braunen Lederschuhen und blauer Hose stolpert mit dem Fuß über ein auf dem Boden liegendes Kabel.

Wie führe ich eine Gefährdungsbeurteilung durch?

Anhand eines Beispiels aus dem Arbeitsalltag erklären wir Ihnen, wie eine Gefährdungsbeurteilung konkret abläuft und warum sie für den Arbeitsschutz so wichtig ist.

Durchführung der Gefährdungsbeurteilung

Unverantwortbare Gefährdungen für schwangere, entbundene oder stillende Frauen müssen ausgeschlossen werden. Daher ist der Arbeitgeber verpflichtet, mögliche Risiken am Arbeitsplatz zu bewerten, erforderliche Schutzmaßnahmen festzulegen und die Ergebnisse zu dokumentieren.

Die Gefährdungsbeurteilung umfasst zwei Schritte:

  • Anlassunabhängige Gefährdungsbeurteilung: Diese erfolgt vorsorglich für alle Tätigkeiten im Betrieb. Seit 2025 kann sie entfallen, wenn für die betreffende Tätigkeit bereits eine Regel des Ausschusses für Mutterschutz (AfMu) gilt. In diesem Fall muss der Arbeitgeber die Anwendung der Regel dokumentieren.
  • Anlassbezogene Gefährdungsbeurteilung: Sobald eine Mitarbeiterin ihre Schwangerschaft mitteilt, wird die individuelle Arbeitssituation geprüft und die erforderlichen Schutzmaßnahmen werden konkret festgelegt.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Weitere Informationen

In unserem Podcast sprechen Nico und Niklas über die Gefährdungsbeurteilung. Mit praxisnahen Beispielen, verständlichen Erklärungen und ehrlichen Einblicken zeigen sie, warum die Gefährdungsbeurteilung das Herzstück des Arbeitsschutzes ist.

Die Rangfolge der Schutzmaßnahmen

Das Mutterschutzgesetz verfolgt das Ziel, Frauen während der Schwangerschaft nicht unnötig aus dem Berufsleben auszuschließen. Deshalb müssen Unternehmen zunächst prüfen, ob sich die Arbeitsbedingungen anpassen lassen. Falls dies nicht ausreicht, kann ein Arbeitsplatzwechsel infrage kommen. Erst wenn keine geeignete Beschäftigung möglich ist, kommt ein betriebliches Beschäftigungsverbot in Betracht.

Daher ergibt sich folgende Reihenfolge bei der Gefährdungsbeurteilung:

Schutzmaßnahmen einführen

Arbeitsplatz wechseln

Betriebliches Beschäftigungsverbot

Diese abgestufte Rangfolge der Schutzmaßnahmen vermeidet vorschnelle betriebliche Beschäftigungsverbote, insbesondere gegen den Willen der Arbeitnehmerin. Die Weiterbeschäftigung hat grundsätzlich Vorrang.

Mitarbeiter füllt Gefährdungsbeurteilung aus in der Arbeitsschutz Software Prevenio.

Lernen Sie jetzt unser Modul kennen

Die Gefährdungsbeurteilung ist das Herzstück des Arbeitsschutzes. Unser Modul unterstützt Unternehmen dabei, Gefährdungen systematisch zu erfassen.

Gefährdungsbeurteilungen digital und strukturiert umsetzen

Damit Unternehmen ihre gesetzlichen Anforderungen zuverlässig erfüllen können, ist eine strukturierte Vorgehensweise besonders wichtig. Mit dem Modul Gefährdungsbeurteilung der Arbeitsschutz Software Prevenio lassen sich Gefährdungen, Maßnahmen und Verantwortlichkeiten digital und nachvollziehbar dokumentieren.

Gleichzeitig unterstützt Prevenio Unternehmen dabei, Prozesse im Arbeitsschutz effizient zu organisieren und gesetzliche Anforderungen transparent umzusetzen. Dadurch behalten Verantwortliche jederzeit den Überblick und können auch besondere Situationen, wie die Gefährdungsbeurteilung während der Schwangerschaft, sicher und nachvollziehbar verwalten.

Folge uns auf Social-Media